ECO
1. Preis Wettbewerb Ecovillage Hannover
Standort
Hannover
Jahr
2020
Auslober:in
ecovillage Hannover eG
Verfahren
Kooperativer städtebaulicher Wettbewerb mit Hochbauanteil
Platzierung
1. Platz (geteilt)
Größe
BGF 20.000m²
Team
+ Florian Hultsch
+ Amir Touhidi
+ Dave Tkaczyk
+ Annika Andritzki
+ Lars Neuendorf
Projektpartner:innen
// Assmann beraten + planen
STRUKTUR
Das Ecovillage sortiert sich Ringförmig um das Dorfzentrum mit den Gemeinschaftseinrichtungen. Zwischen das Dorfzentrum und die Wohnhöfe legt sich der Grünring, der alle Höfe miteinander vernetzt und Freiraum für Aktivitäten und Erholung bietet. In Nord-Süd-Richtung durchzieht die Veloroute das Gebiet, in Ost-West-Richtung wird die Straße als Shared Space gestaltet. Grüninseln verringern die Versiegelung. Mehrere Modulhäuser und Tinyhäuser bilden die Wohnhöfe, in denen sich kleine Gemeinschaften von bis zu 50 Bewohner:innen bilden.
MOBILITÄT
Das Ecovillage ermuntert zu einem autofreien Leben. Die notwendige Erschließung durch motorisierten Individualverkehr erfolgt durch einen umlaufenden Ring, der von Grünwegen zu den angrenzenden Freiräumen durchbrochen wird und anfallenden Verkehr entschleunigt. Jedes Baufeld hat mehrere Switches, an denen E-Leihautos, Lastenräder, Bollerwagen und weiteres zur Verfügung stehen. Das Innere des Ecovillages bleibt so Fußgänger:innen und Fahrradfahrer:innen vorbehalten, die sich über den parkartigen Grünring durch das Dorf bewegen können. Baufelder und Häuser haben eine ausreichenden Anzahl Fahrradstellplätze für Bewohner:innen und Gäste.
KRONSBERG
Auf eine großflächige Terrassierung wie im Vorentwurf wird zur Vermeidung von größeren Eingriffen am Gelände verzichtet. Stattdessen wird das Gelände zwischen den Gebäuden vermittelt. Die Höhenversprünge zwischen den Gebäuden werden dort, wo das Gefälle mehr als 6% hat, durch Treppen und Rampen überwunden, welche in den Landschaftsraum der Höfe eingearbeitet werden. Der Grünring kann das Gefälle über seine Länge auf 6% begrenzen und kommt dadurch in der Hauptdurchwegung ohne Stufen aus.
ECOVILLAGE FÜR ALLE
Wir möchten, dass jede:r im Ecovillage sein Zuhause finden kann. Deswegen legen wir großen Wert auf die Barrierefreiheit verschiedenster Grundrisse und Wohntypen. Genauso möchten
wir ermöglichen, dass sich hier unkonventionelle Lebensentwürfe wiederfinden – oder gemeinsam mit uns die passenden Räume entwerfen!
Die Grundrisse können als Anregung verstanden werden, wie einzelne Räume zu einer Wohnung zusammengeschlossen werden können. Wir sind uns aber bewusst, dass wir nicht jede individuelle Situation abbilden können. Daher freuen wir uns über eine frühe Zusammenarbeit zur Entwicklung des passenden Lebensraums!
PLANUNG UND FERTIGUNG
Die Grundrisse zeigen mögliche Raumkonfigurationen, die weiter adaptierbar sind und auf individuelle Bedürfnisse reagieren können. Sie können über die Grundrisse und in weiteren ECOCUBES vielfältig angeordnet werden. Die Holzrahmenbauweise erlaubt einen hohen Vorfertigungsgrad und entsprechend kurze Bauzeiten. Unter Anleitung können interessierte Genoss:innen bereits ab dem Bau der Wände mitarbeiten.
BAUKONSTRUKTION
Das Wohnhaus wird ohne Keller flächig auf einem Betonfundament gegründet. Neben dem Aufzugschacht ist das Fundament das einzige Betonelement des Gebäudes. Angestrebt wir die Verwendung von Recyclingbeton. Die restliche Konstruktion besteht aus Holz und nachhaltigen Baustoffen. Die Außenwände werden in Holzständerbauweise mit einer Dämmstärke von 24 cm errichtet. Mit Holzfasereinblasdämmung und einer 6 cm Holzfaserdämmplatte in der Installationsebene wird ein U-Wert von ca. 0,15 W/m2K erreicht. Ggf. ist alternativ die Verwendung von Baustrohballen in einem 40cm Holzständerwerk denkbar. Die Innenwände können in Holzständerbauweise oder in Massivholzbauweise errichtet werden. Brandschutzanforderungen an Wohnungstrennwände werden durch doppelte Gipskartonbeplankung erreicht. Die Geschossdecken können platzsparend als Brettschichtholzdecken ausgeführt werden. Vor dem Gebäude werden Balkone aus Holz aufgestellt. Diese lassen sich beliebig konfigurieren und auch nachträglich noch problemlos errichten. Das Dach des mittleren Baukörpers aus ausgedämmten Sparren und Trapezblech als wasserführender Schicht bietet mit 20° Neigung und Ausrichtung nach Süden ideale Bedingungen für die direkte Aufbringung einer Photovoltaik-Anlage. Die zwei Flachdächer werden als Gründächer oder Dachgärten ausgeführt und tragen zur Rückhaltung von Regenwasser bei. Ggf. können diese Flächen auch zur weiteren Energieerzeugung durch PV-Anlagen genutzt werden. Die Fassade ist eine hinterlüftete Holzschalung. Die verwendeten Profile, deren Aufteilung und Ausrichtung (horizontal/vertikal) können durch die Baugruppen ausgewählt werden und tragen zum individuellen Bild der Häuser in der Hofgruppe bei.
GEMEINSCHAFTS- & AUSSENRAUM
Zusätzlich zum gemeinschaftlich genutzten Hof bietet jedes Haus Räume im EG oder im Staffelgeschoss und auf den Flachdächern Gemeinschaftsräume und -flächen an. Der Wäscheraum spart Platz in den Wohnungen. Abstellflächen gibt es individuell in Außenboxen auf den Balkonen und gemeinschaftlich im Spitzboden. Der Gemeinschaftsraum bietet viel Platz zum kochen, feiern und spielen, die Dachflächen zum Gärtnern und Gemüseanbau. Auf den Balkonen hat jede Wohneinheit einen privaten Rückzugsraum im Freien. Auch hier bildet sich die bunte Mischung der Bewohner*innen nach außen ab und erzeugt durch die individuelle Nutzung und Gestaltung Atmosphäre im Hof.







